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2009
Ferientrilogie

  von

Carlo Goldoni

Übersetzung und Bearbeitung:
Christian Seiler

Regie: Christian Seiler

Premiere: 29.10.2009
19 Aufführungen
 
  
zum Stück  

Die Süsse des Lebens verpassen
 
Carlo Goldonis «Ferientrilogie» handelt von Menschen, die Gefahr laufen, das Leben zu verpassen. Oder zumindest die Süsse des Lebens, die dieses wohl erst wirklich lebenswert macht. Der grosse italienische Komödienautor porträtiert in seinen im Herbst 1761 uraufgeführten drei Stücken «Le smanie della villegiatura» 'Das Reisefieber', «Le avventure della villegiatura» 'Die Ferienabenteuer' und «Il ritorno dalla villegiatura» 'Die Rückkehr' Angehörige einer bürgerlichen Gesellschaft, die finanziell über ihre Verhältnisse leben, um sich in den Ferien gegenseitig im Luxus zu überbieten und es den reichen Adligen gleichzutun. In ihrem städtischen Alltag, der dadurch gefährdet ist, sind sie absorbiert und besessen von der Utopie einer Ferienexistenz, die alle ihre Begierden befriedigt – natürlich auch die erotischen. Doch eben die Gesellschaft, der sie angehören, macht ihnen einen Strich durch die Rechnung: Die Sorge, deren Normen nicht zu genügen und deren Akzeptanz zu verlieren, ist zugleich Uneinsichtigkeit in die wirklichen Bedürfnisse des Herzens, Feigheit, zu diesen zu stehen, und Angst vor dem, was eigentlich glücklich machen könnte.
Die drei 'Ferienstücke', die ich in einer neuen Übersetzung und Bearbeitung für das Atelier Theater Meilen zur «Ferientrilogie» vereint habe, gehören zu Goldonis reifem Spätwerk, das sich viel mehr der realistischen, aber nie lieblosen Menschenporträtierung als den Typen der Commedia dell' arte verpflichtet fühlt – sich aber trotzdem einer Fülle von Elementen aus deren komischem Universum bedient.
Bei der «Ferientrilogie» könnte man von einer Tragikomödie, einer 'bitteren' oder auch elegischen Komödie sprechen, in welcher der Witz und die Situationskomik der italienischen Stegreifkomödie sich auf eigene, ausnehmend reizvolle Art mit einem abgründig-absurden Realismus in der Art Cechovs verbindet. So können wir Goldonis Frauen und Männer bei ihren spätsommerlich-frühherbstlichen Ferienabenteuern amüsiert begleiten und uns zugleich mit der durchaus ernsten Frage konfrontiert sehen, ob wir selber die Süsse des Lebens verpassen – oder nicht. Christian Seiler

Personen

FILIPPO, älterer, gutmütiger Stadtbürger
GIACINTA, seine Tochter
SABINA, seine Schwester
LEONARDO, in Giacinta verliebt
VITTORIA, seine Schwester, in Guglielmo verliebt
BERNARDINO, Onkel des Leonardo
FERDINANDO, ein Schmarotzer
GUGLIELMO, in Giacinta verliebt 
FULGENZIO, älterer Freund Filippos
COSTANZA, Städterin
ROSINA, deren Nichte
TOGNINO, Doktorssohn, einfältiger Liebhaber der Rosina
PAOLO, Kammerdiener des Leonardo
BRIGIDA, Kammerzofe der Giacinta
CECCO, Diener im Hause Leonardos
PASQUALINA, Haushälterin des Bernardino

Darsteller

Manuel Zuber
Morgane Ferru
Alexandra Pokorna
Marco Stocker
Alice Kern
Helmuth Stanisch
Nils Habermacher
Joachim Aeschlimann
Paul Luternauer
Sachas Gantenbein
Claudia Trachsler
Noah Oliel
Tom Keymer
Sophie Aeberli
Gabriel Rittener
Annegret Trachsel 

Carlo Goldoni (1707 - 1793)

Carlo Goldoni, neben Pirandello der wohl bekannteste italienische Dramatiker, wird 1707 in Venedig als Sohn eines Arztes geboren. Während seiner Schulausbildung bei den Dominikanern in Rimini flüchtet er mit einer Komödiantengruppe auf einer Barke nach Chiozza, dessen Bevölkerung er später in einer seiner meistgespielten Komödien porträtieren wird. Trotz der erwachten Theaterleidenschaft studiert er in Padua und Modena Jura und Theologie und wird Koadjunkt an der Kriminalkanzlei zu Chiozza. Neben seiner juristischen Tätigkeit schreibt er Theaterstücke: Seine Umarbeitung einer Commedia dell'arte zum «Arlecchino servitore di due padroni» 'Der Diener zweier Herren', die er dem berühmten Arlecchino-Darsteller Antonio Sacchi widmet, wird in Venedig zum Grosserfolg. Goldoni wendet sich schliesslich ganz von seiner Anwaltstätigkeit ab und dem Theater zu und schreibt im Laufe seines Lebens an die zweihundert Theaterstücke und Opernlibretti. Die Maskentypen der Commedia verbannt er zunehmend aus seinen Stücken und entwickelt eine Theaterreform, die sich der realistischen Menschendarstellung verschreibt und die erbitterte Feindschaft seines Autorenrivalen Carlo Gozzi provoziert. Ermüdet von den Widerständen, gegen die er in Venedig ankämpfen muss, folgt Goldoni 1762 einem Ruf des französischen Königs, Ludwigs XV., nach Paris, wo er als Direktor den Zerfall der 'Comédie italienne' aufhalten soll. Doch der Rettungsversuch missglückt, und Goldoni wird Italienischlehrer am königlichen Hofe. Dem erblindeten und mit der Französischen Revolution verarmten Goldoni gewährt die Nationalversammlung am 6. Februar 1793, an seinem Todestag, eine Jahresrente.
  
  
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