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2014
Unterm Birnbaum

  Kriminalnovelle nach

Theodor Fontane

für die Bühne bearbeitet von
Volker Ranisch

Regie: Volker Ranisch
musikal. Leitung/Klavier: Corina Gieré


Premiere: 29.10.2014
19 Aufführungen

1193 Zuschauer
 
  

zum Stück  

Fontanes Kriminalnovelle – ein Meisterwerk in seiner verzweifelten Suche zwischen Anpassung an dörfliche Kleingeistigkeit und Auflehnung gegen üble Nachrede gepaart mit bizarren Lebensansprüchen.

Ein Balanceakt, bei dem man nur verlieren kann weil er in eine ökonomische und emotionale Sackgasse führt. Ein Verbrechen scheint der einzige Ausweg. Ein Verbrechen, nahezu perfekt geplant und gerade darum selbstzerstörerisch in seiner Kraft. Aber Fontane wäre nicht Fontane, wenn es ihm lediglich um einen Fall aus dem Kriminalarchiv ginge...

Abel Hradscheck, Gastwirt im Oderbruchdorf Tschechin, ist in finanzieller Bedrängnis. Nicht nur hat er Anschaffungen gemacht, die über seine Verhältnisse gehen, er trinkt auch seinen Wein selber und spielt mit seinen Gästen um Geld. Am meisten schuldet er dem polnischen Handelsreisenden Szulski, der ihn mit Wein beliefert. Als er eines Tages in seinem Garten die Leiche eines französischen Soldaten unter dem Birnbaum findet, entwirft er einen raffinierten Mordplan. Als der Weinhändler Szulski ihn aufsucht, gibt er ihm vor Zeugen sein letztes Geld. Am nächsten Morgen besteigt Hradschecks Frau, in Szulskis Pelzmantel vermummt, dessen Kutsche und fährt bei Sturmwetter ab. Wenig später wird die Kutsche samt Pferd in der Oder gefunden. Hradscheck wird verdächtigt und verhaftet. Als der Gendarm Geelhaar, dessen Nachbarin, die Jeschke, ins Kreuzverhör nimmt, erzählt sie ihm, dass sie Hradscheck in der fraglichen Nacht im Garten habe graben sehen. Als die Sache untersucht wird, findet sich die Leiche des Franzosen, die dort schon seit mindestens zwanzig Jahre liegt. Hradscheck ist rehabilitiert; er erklärt, er habe in dieser Nacht heimlich, damit sein Lokal nicht in Verruf gerät, eine verdorbene Speckseite vergraben wollen und sei auf die Leiche des Franzosen gestoßen. Der Dorföffentlichkeit ist es peinlich, Hradscheck zu Unrecht verdächtigt zu haben, er gilt jetzt als unschuldig. Während seine Frau unter Gewissensqualen leidet und nach kurzer Zeit stirbt, erfreut sich Hradscheck bester Gesundheit und unerschütterlicher Gemütsruhe. Nur seine Nachbarin, die Jeschke, mag nicht an seine Unschuld glauben und stichelt immer wieder mit Anspielungen. Als er ihr mit einer Verleumdungsklage droht, hält sie sich an seinen Laufburschen Ede, dem sie einredet, es würde in Hradschecks Keller spuken. Als Ede sich im Beisein von Gästen weigert, in den Keller zu gehen, sieht Hradscheck wieder Verdachtsmomente aufkommen. Er glaubt, dem Spuk ein Ende machen zu können, indem er die Leiche Szulskis aus dem Keller entfernt. Damit seine Nachbarin nicht wieder das Licht seiner Laterne im Kellerfenster sieht, nimmt er ein Brett, das neben der Falltür zum Keller liegt, und deckt damit das Fenster ab. Dabei übersieht er, dass das Brett die Aufgabe hat, übereinandergestapelte Holzfässer am Wegrollen zu hindern.  Am nächsten Tag findet man Hradscheck in seinem Keller - tot, neben der Leiche seines Opfers.


Personen

ABEL HRADSCHECK, Dorfmaterialist
URSULA VINCENZIA HRADSCHECK, seine Frau
EDE, Verdingjunge bei Hradscheck
JESCHKE, Nachbarin
GEELHAAR, Polizist
MIETZEL, reicher Bauer
DIE MIETZELN, seine Mutter
SZULSKI, ehemals Schulze, Handelsreisender
VOHWINKEL, Justizrat
ECCELIUS, Pfarrer
EIN AMTSRAT
MEYER, relegierter Student
 

Darsteller

Helmuth Stanisch
Lilo Rieder
Livia Enzler
Annegret Trachsel
Jean-Rudolf Stoll
Marcel Zarske
Rosmarie Keller
Anna Zena
Annegret Trachsel
Marcel Zarske
Rosmarie Keller
Livia Enzler

 

Theodor Fontane (1819 - 1898)

Wer war er? Ein begnadeter Literat oder ein ruheloser Irrläufer mit literarischer Ambition? Beides trifft zu. Fest steht, dass er den Erfolg, die Anerkennung als Dichter, die Veröffentlichung seiner grossen Romane, den Erhalt des Schillerpreises und den Ehrendoktor der Berliner Universität erst nach dem 70. Lebensjahr erfahren durfte. In dieser späten Lebensphase auch entwickelte er seine grösste Kreativität.

Theodor Fontane wurde  in ein bürgerliches Milieu  hineingeboren und erlernte den Apothekerberuf wie sein Vater. Er lebte die ersten sieben Jahre in Neuruppin. Dann musste sein Vater wegen Spielschulden die heute noch existente Löwen-Apotheke verkaufen und in eine Bescheidenere in Swinemünde und später in Letschin einziehen. Der Sohn reiste für seine Ausbildung zu seinem Onkel nach Berlin. Er arbeitete als Apothekergehilfe und später als approbierter Apotheker in Berlin, Magdeburg, Neuruppin, Letschin, Leipzig und Dresden bis er 1849 den Apothekerkittel endgültig an den Nagel hängte und sich entschied, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Das Schreiben steckte ja schon seit frühester Jugend in ihm. Nebst Gedichten konnte er seinen ersten Roman „Geschwisterliebe“ bereits als  20-Jähriger im „Berliner Figaro“ veröffentlichen. Doch obwohl er andauernd Lyrik- und Prosawerke publizieren konnte, reichte es doch nicht für eine Existenz als Schriftsteller, zumal er ab 1850 verheiratet war mit Emilie Rouanet-Kummer und auch schon bald Familienvater wurde.  Nach einigen schwierigen Jahren als freier Journalist und Kriegsberichterstatter fand er eine Anstellung in der Zentrale für Presseangelegenheiten der preussischen Regierung.

Von 1860 bis 1870 arbeitete er als Redaktor der Berliner „Kreuz Zeitung“.  Daneben verfasste er Reiseberichte. Reisen war noch sehr kostspielig und nur der reichen Oberschicht vorbehalten. Aber das  breite Publikum war neugierig. Reiselektüre wurde gierig verschlungen. Durch seine Berichte und Bücher konnte Fontane sich leisten, mit seiner Frau zahlreiche attraktive Destinationen im In- und Ausland zu besuchen.

Von 1870 – 1876 arbeitete Theodor Fontane als Theaterkritiker für die „Vossische Zeitung“ Danach entschied er sich, nicht mehr für Zeitungen zu schreiben und sich nur noch der Schriftstellerei zu widmen. 1892 erlitt er dann eine lebensbedrohliche Erkrankung mit nachfolgender Depression. Der Arzt riet ihm, seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Wider Erwarten erholte sich Fontane und erlebte anschliessend  seine beste schöpferische Zeit.

Theodor Fontane hat ein reichhaltiges literarisches Werk hinterlassen. Am bekanntesten ist sicher der Roman „Effi Briest“.  Was das Werk so sensationell macht, ist die Empathie, mit der Fontane das Schicksal einer Frau begleitet, welche aus dem damaligen wilhelminischen Moralkodex ausgebrochen ist. Die Vergeltung, die sie dafür erfährt, der Ausschluss von Familie und Gesellschaft und der Entzug des eigenen Kindes, das hätten die bürgerlichen Zeitgenossen damals wohl als selbstverständlich taxiert. Fontane indessen schildert dieses Leben mit viel Mitgefühl, das wohl zumindest von der weiblichen Leserschaft geteilt worden ist. Rosmarie Keller

  
  
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