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2015
BUNBURY oder Ernst sein ist alles

 

von

Oscar Wilde

Übersetzung :
Marius von Mayenburg

Regie: Udo van Ooyen

Premiere: 28.10.2015
18 Aufführungen

1209 Zuschauer

 
  
zum Stück  

BUNBURY oder Ernst sein ist alles ist ein Meisterstück der Satire.
Es ist Oscar Wildes letzte, berühmteste und erfolgreichste Komödie.

Sie wurde am 14. Februar 1895 im St. James Theatre in London uraufgeführt. Der Originaltitel «The Importance of Being Earnest» beruht auf einem Wortspiel. 'Earnest' steht für 'aufrichtig' und kann in der deutschen Übersetzung 'Ernst, ernst' nicht in seiner ganzen Bedeutung widergegeben werden. In der Literatur kursieren verschiedene Alternativtitel zu «Bunbury», was darauf hinweist, wie schwierig sich die deutsche Übersetzung dem Originaltitel annähert. Am treffendsten erscheint «Ernst sein ist alles».

Diese 'triviale Komödie für seriöse Leute', wie Bunbury auch überschriftet wurde, ist vordergründig eine amüsante Verwechslungsgeschichte, die sich temporeich und höchst unterhaltsam über Verwicklungen zur Schlussauflösung hin bewegt. Doch hinter der scheinbaren Leichtigkeit der witzigen, geistreichen Dialoge steht die gesellschaftskritische Persiflage der viktorianischen Mentalität. Angeprangert werden die übersteigerte Wertschätzung von Rang und Namen und Herkunft. Wilde entlarvt die Oberflächlichkeit und die Unehrlichkeit, die Diskrepanz zwischen Identität und Image.

Das verlogene Spiel mit der Wahrheit zeigt sich dem Zuschauer von Anfang an. Er weiss früher als die handelnden Figuren, was es bedeutet, wenn John Worthing, einer der vermeintlichen und zum Schluss der richtige Ernst, fragt: «Wenn ich einen anderen Namen als Ernst hätte» und dass die darauf folgende Antwort von Gwendolin die Wahrheit zur 'metaphysischen Spekulation' werden lässt. «Denn bei existenziellen Fragen ist der Stil entscheidend, nicht die Antwort», doppelt diese nach.

Viele solcher 'Bonmots' von Wilde haben den Status von Sprichwörtern erlangt.

Obwohl die Kritik des Autors an der viktorianischen Welt sich längst überlebt hat, gibt es den Wunsch nach Ausbrechen aus gesellschaftlichen Normen oder privaten Befangenheiten bis heute, und Oscar Wildes Philosophie des 'Bunburysierens' wird so lange weiterleben, wie es Menschen gibt. Ein 'Bunburyaner' schafft sich eine virtuelle Parallelwelt, die es ihm ermöglicht, den Zwängen des Alltags zu entfliehen, um andernorts seinen Lüsten zu frönen. Erfunden hat diese Lebensart der zweite Ernst des Stückes, Algernon Moncrieff, der sich gesellschaftlichen und häuslichen Pflichten entzieht, um seinen imaginären kranken Freund zu besuchen. Je nach Bedarf von Algernon verschlechtert sich dessen Gesundheitszustand plötzlich. John Worthing, Algernons Freund, hat seinerseits einen Bruder namens Ernst erfunden und immer wieder mal muss er diesem wegen dessen liderlicher Lebensweise aus der Patsche helfen...

Dieses probate Mittel der Verschleierung wirkt jedoch nur so lange, bis beide 'bunburysierten' Welten aufeinander prallen und bis Interessenskonflikte das System ins Wanken bringen. Beide Protagonisten stellen sich ihren Angebeteten mit dem Namen Ernst vor und das Ideal beider Frauen war es stets, jemanden mit dem göttlichen Namen Ernst zu lieben, ein Name, der unbedingtes Vertrauen einflösse. Doch bis Cecily und Gwendolin zu ihren 'Ernsts' unter die Haube kommen, sind einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen und ganze Kaskaden von absurden Wirrnissen zu überwinden.

Das Happy End, mit dem der Autor am Schluss der Gattung Komödie Tribut zollt, ist in seiner haarsträubenden Konstruiertheit schliesslich der Gipfel der Ironie. Doch diese war zeitlebends für Oscar Wilde eine eigentliche Grundeinstellung, sich selbst, dem Leben und vor allem der Gesellschaft, in der er lebte, gegenüber. «Die öffentliche Meinung existiert nur dort, wo es keine Ideen gibt» war eine seiner Maximen - die auch Sie, liebes Publikum, nach dem Genuss dieser grossen Komödie, unbedingt ernst (!) nehmen sollten. Judith Bollinger

Personen

JOHN WORTHING, Friedensrichter, Woolton, Herdfordshire
ALGERNON MONCRIEFF, sein Freund
LADY BRACKNELL
GWENDOLEN FAIRFAX, ihre Tochter
CECILY CARDEW, John Worthings Mündel
MISS PRISM, ihre Gouvernante
DR. CHASUBLE, Pfarrer in Woolton
MERRIMAN, Butler von Mr. Worthing
LANE, Diener von Mr. Moncrieff
PIANISTIN
 
Darsteller

Peter Bäumler
Marcel Zarske
Lilo Rieder
Miriam Mägli
Paula Hugenschmidt
Annegret Trachsel
Peter Müller
Jean - Rudolph Stoll
Jean - Rudolph Stoll
Corina Gieré

 

Oscar Wilde

Auf die Frage, ob sein Stück bei der Premiere ein Erfolg war, soll Wilde geantwortet haben: «Das Stück war ein Erfolg, aber das Publikum ist durchgefallen.» Oscar Wilde war in der Tat wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit erfolgsverwöhnt. Mit seiner Ausnahmeintelligenz war er der viktorianischen Gesellschaft überlegen.

Bei der gefeierten Uraufführung von BUNBURY 1895 in London stand Wildes Stern im Zenith. Mit Werken wie «Das Gespenst von Canterville», «Das Bildnis des Dorian Gray» z.B. oder mit Aphorismen, Erzählungen und Märchen hatte er sich schon vor seinem Meisterstück BUNBURY einen Namen beim Theater und in der Literatur geschaffen.

Oscar Wilde wurde am 16. 10. 1854 als Sohn eines Arztes und einer Dichterin in Dublin geboren. Er studierte klassische Literatur in Dublin und Oxford. Seit 1879 lebte er in London. 1884 verheiratete er sich mit Constance Lloyd und wurde Vater von zwei Söhnen. Mehr und mehr entfremdete er sich von seiner Frau und wurde sich wohl seiner homoerotischen Neigungen bewusst.

Seinen literarischen Produktionen war immer grösserer Ruhm beschieden. Doch 1895 wurde er vom Vater seines Freundes Lord Douglas wegen einer intimen Beziehung angezeigt und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung floh er nach Frankreich, unternahm noch einige Reisen und starb 1900 in Paris - resigniert und geächtet. Oscar Wilde wurde nur 46 Jahre alt. Sein kontroverses Leben kostete ihn letztendlich Karriere und Gesundheit.

Auf seinem Zenith allerdings war Wilde einer der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Der literarische Einfluss seiner Stücke und Romane  wirkt aber auch bis heute noch weltweit, nicht zuletzt wegen der scheinbaren Leichtigkeit der Dialoge, die doppeldeutiger nicht sein könnten: «Es ist etwas Schreckliches für einen Mann, plötzlich herauszufinden, dass er sein ganzes Leben nichts als die Wahrheit gesagt hat.» ist nur ein Beispiel unter vielen, die vor allem seine Komödie BUNBURY auszeichnen. Judith Bollinger 

  
  
 
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